Zwangsversteigerung bei Immobilien: Was Sie wissen müssen

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Eine Zwangsversteigerung einer Immobilie findet dann statt, wenn der Eigentümer und Kreditnehmer Rückzahlungen nicht mehr leisten kann. Dies ist für Immobiliensuchende oftmals von Vorteil: Denn zwangsversteigerte Objekte werden in der Regel unter Marktwert angeboten. Doch auch bei diesem Immobilienkauf ist Vorsicht geboten, denn in Hinsicht auf zwangsversteigerte Objekte gibt es Einiges zu beachten. YourWalls erklärt Ihnen, wie das Bieterverfahren funktioniert und was Sie dabei genau im Hinterkopf behalten sollten.

Was ist die Zwangsversteigerung und wann wird sie genutzt?

Bei der Zwangsversteigerung handelt es sich um eine Vollstreckung, die Gläubiger bei ausbleibenden Zahlungen des Schuldners vornehmen können. Das Verfahren dient dazu, die ausstehenden Summen des Schuldners zu begleichen, also die Gesamtforderung des Gläubigers zu decken. Die Vollstreckung wird dabei nach Antrag des Kreditinstitutes durch das Amtsgericht durchgeführt. Der Schuldner wird über den anstehenden Prozess informiert und kann sich darauf vorbereiten, die Immobilie demnächst räumen zu müssen. Um einen Startpreis für ein Bieterverfahren ansetzen zu können, wird der Verkehrswert der Immobilie im Voraus durch einen unabhängigen Gutachter durchgeführt. Der angesetzte Startpreis beträgt dann einen Teil des ermittelten Wertes. In der Regel beantragen Gläubiger die Zwangsversteigerung, wenn der Schuldner mit drei Zahlungen im Rückstand ist.

Die Vorteile für den Käufer

Interessenten können sich durch den Kauf einer zwangsversteigerten Immobilie den wesentlichen Vorteil sichern, ein Objekt zum besonders günstigen Preis zu ergattern. Nicht selten nutzen daher auch Anleger die Zwangsversteigerung als Möglichkeit, sich günstige Objekte zum Weiterverkauf zu sichern.  Angesetzt wird der Verkaufspreis beim Ersttermin bei 50 Prozent des Verkehrswertes, beim Zweittermin kann der Startpreis jedoch auch deutlich niedriger liegen. Daher lohnt es sich, Ausschau nach Immobilien im Zweittermin zu halten, die beim ersten Versuch nicht verkauft werden konnten.

Übrigens: Bei einem Kauf eines zwangsversteigerten Objekts fallen keine Gebühren für den Notar oder Immobilienmakler an. Daher sind die Kaufnebenkosten deutlich niedriger. Auch können Interessenten vor dem Kauf Einsicht in das Grundbuch und alle mit der Immobilie verbundenen Lasten nehmen, sodass sie schon vor dem Zuschlag bestens informiert sind.

Wer eine Immobilie geerbt hat, muss dies mit dem Testament oder anderweitig nachweisen können. Das Nachlassgericht kann dann einen Erbschein ausstellen, mit dem das Grundbuchamt wiederum den Eigentümerwechsel im Grundbuch vornimmt.

Risiken für den Käufer

Obwohl sich der Kauf einer zwangsversteigerten Immobilie für den Käufer meist als sehr vorteilhaft erweist, ist er oftmals auch mit einigen Hindernissen oder Risiken verbunden. Zum Einen bindet ein Gebot bei dem Vollstreckungsverfahren, sodass der Kauf im Nachhinein nicht mehr zurückgenommen werden kann. Zum Anderen kann es passieren, dass der Eigentümer die Immobilie noch bewohnt und erst zur Räumung aufgefordert werden muss – nur die wenigsten zwangsversteigerten Objekte sind direkt bezugsfertig. Eine Besichtigung kann ebenfalls wegfallen: Laut Gesetz müssen vorherige Eigentümer weder Besichtigungen, noch Gutachter-Begehungen ermöglichen. Es kann also sein, dass der Käufer erhebliche Mängel erst nach Kaufabschluss bemerkt und mit weiteren Kosten rechnen muss.

Pflichten nach dem Zuschlag

Wer beim Amtsgericht den Zuschlag bekommt, gilt noch vor Ort als neuer Eigentümer des Objekts. Das bedeutet, der Käufer erhält automatisch das Recht, eine Räumung zu vollstrecken. Der Kaufpreis muss innerhalb von sechs Wochen nach dem Zuschlag entrichtet werden. Zudem sind 0,5 Prozent des Kaufpreises als Gebühr für das Grundbuchamt abzuführen, welches die Änderung am Grundbucheintrag vornimmt. Die Eintragung wird allerdings erst dann geändert, wenn der Käufer eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegt – diese muss vom zuständigen Finanzamt ausgestellt werden.

Fazit: Umfassendes Kalkulieren auch bei Zwangsversteigerungen erforderlich

Für alle Immobilienkäufer gilt es, sich vor dem Kauf umfassend zum Objekt zu informieren, um böse Überraschungen zu vermeiden. Das ist auch bei Zwangsversteigerungen der Fall, obwohl diese auf den ersten Blick besonders lukrativ erscheinen. Recherche gehört zum A und O des erfolgreichen Immobilienkaufs. Bei Fragen steht Ihnen Immobilienmakler YourWalls zur Verfügung.