Das Übergabeprotokoll: Was ist wichtig?

Damit es in Bezug auf Schäden am Eigentümerbesitz nicht zu Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter kommt, wurde das Übergabeprotokoll eingeführt. Dieses ist beim Ein- und Auszug aus einer Wohnung erforderlich, um Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen und Kostenfallen für beide Seiten zu vermeiden. Doch was genau sollte unbedingt in dem Dokument stehen? Wieso ist es für beide Parteien so wichtig? YourWalls hält die wichtigsten Informationen zum Thema bereit.

Was ist ein Übergabeprotokoll eigentlich – und wozu dient es?

Das Übergabeprotokoll sollte zur Sicherheit bei jeder Immobilienübergabe angefertigt werden und dient dem Schutz von Vermieter und Mieter gegenüber finanziellen Belastungen, die nicht aus eigener Schuld entstanden sind. Das Dokument hält im Wesentlichen fest, in welchem Zustand sich eine Immobilie zum Zeitpunkt der Übergabe befindet. Besonders bereits vorliegende Schäden werden festgehalten, sodass es sich hierbei um eine Art Bestandsaufnahme handelt. 

Wozu das Wohnungsübergabeprotokoll dient? Sowohl Vermieter, als auch Mieter sichern sich mit diesem Dokument rechtskräftig ab. Das heißt: Der Vermieter kann durch das Dokument nachweisen, welche Schäden durch den jeweiligen Mieter neu hinzugekommen und von diesem finanziell zu decken sind. Auch dem Mieter liefert das Protokoll Sicherheit: Er kann nachweisen, dass bestimmte Schäden schon vor seinem Wohnzeitraum in der Immobilie vorhanden waren und nicht durch dessen Nutzung entstanden sind. Streitigkeiten um Haftung für die Schäden können durch das Übergabeprotokoll also schlichtweg vermieden werden und damit verbundene Kostenfragen leicht geklärt. 

Was sollte unbedingt im Übergabeprotokoll stehen?

Damit ein Übergabeprotokoll auch wirklich als Nachweis genutzt werden kann, sollte es unbedingt alle erforderlichen Daten aufweisen. Jedoch gibt es keine genauen rechtlichen Vorgaben, wie das sogenannte Abnahmeprotokoll genau aufgebaut sein sollte. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollte nicht auf diese Daten verzichtet werden:

  • Name und Adresse von Vermieter und Mieter
  • Adresse der Wohnung
  • Datum der Übergabe – darüber hinaus auch das Datum des Einzuges oder Auszuges
  • Das Datum der letzten Renovierungsmaßnahmen
  • Beschreibung der Räumlichkeiten
  • Alle vorhandenen Mängel in den jeweiligen Räumen
  • Jegliches Inventar
  • Zählerstände von Strom, Wasser, Gas oder dem Heizöltank
  • Auflistung aller übergebenen Schlüssel

Grundsätzlich gilt: Je genauer das Abnahmeprotokoll, desto mehr Beweiskraft hat es bei einem Rechtsstreit. Vermietete Häuser beispielsweise sollten auch noch um die Gartenanlagen und Außenzustände des Objekts im Protokoll erweitert werden. Auch den Stand der Renovierungen gilt es in das Protokoll einzutragen. Dann müssen beide Parteien das Abnahmeprotokoll unterzeichnen, um sich mit dessen Inhalten einverstanden zu erklären. Jede Partei sollte eine Kopie des genauen Protokolls erhalten, damit niemand Falsches behaupten kann. Das Übergabeprotokoll ist das wohl wichtigste Dokument, wenn es um die Auszahlung der Mietkaution geht.

Tipps rund um das Übergabeprotokoll

Noch mehr Beweislast bringt das Abnahmeprotokoll mit, wenn Fotos zu den einzelnen Zuständen angehängt wurden. Damit das Erstellen des Dokuments selbst so einfach wie möglich vonstatten geht, gibt es längst zahlreiche Muster online zu finden. Ein ebenfalls guter Tipp ist, einen Zeugen zur  Übergabe mitzubringen. Auf diese Weise kann dieser alle Zustände mit einer Unterschrift anerkennen und Streitigkeiten als dritte Partei im Zweifelsfall klären. Werden Schäden durch beide Parteien erst im Nachhinein erkannt, sollte schnell gehandelt werden. Der Vermieter beispielsweise muss zeitnah Schadensersatzansprüche stellen, da diese nach Abgabe der Wohnung in nur sechs Monaten verjähren. Umgekehrt muss der Mieter nachträgliche entdeckte Schäden am besten schriftlich mitteilen und ins Protokoll mit aufnehmen lassen. 

Lohnt sich das Übergabeprotokoll auch beim Immobilienverkauf?

Beim Immobilienkauf gilt, dass das Gebrauchtobjekt wie gesehen erworben wird. Ein Übergabeprotokoll wird hier also nicht aufgesetzt. Der Käufer kann nur dann Schadensersatzansprüche stellen, wenn der Verkäufer arglistig versucht hat, Schäden oder Mängel zu verschweigen oder zu verdecken. Daher sollten Käufer vor dem abschließenden Verkauf auf einen Experten setzen, der ein Gutachten zum Objekt erstellt.