Teilungsvermessung: Teilflächen rechtlich schaffen

Steht eine Teilung des Grundstücks an, müssen die jeweiligen Teilflächen im Grundbuch als eigenständige Grundstücke fortgeführt werden. Das Teilungsverfahren beinhaltet viele Verwaltungsschritte und muss unter bestimmten Bedingungen erfolgen, um die Wertbestimmung der Teilstücke präzise vorzunehmen. Wann eine Teilung in Frage kommt, wie sie vorgenommen wird und mit welchen Kosten die Eigentümer rechnen müssen, verrät YourWalls in diesem Artikel.

Was ist die Teilungsvermessung eigentlich?

Beschließt ein Grundstücksbesitzer eine Teilung des Grundstückes, erhalten die entstehenden Grundstückseinheiten eine eigene Flurstücknummer und werden fortan als eigenständige Grundstücke betrachtet. Daher können sie auch ein eigenes Grundbuchblatt erhalten. Um die Grundstücksteilung jedoch vornehmen zu können, ist eine Teilungsvermessung erforderlich. Hierbei handelt es sich um die genaue Katastervermessung, die dann auch in Liegenschafts- und Flurkarten mit übernommen werden kann. So verfährt man bei der Teilungsvermessung:

  • Zunächst steht ein Teilungsantrag beim Katasteramt an. Es gilt, zahlreiche Überlegungen bezüglich der neuen Grenzlinien vorzunehmen.
  • Der nächste Schritt besteht darin, Informationen zur Vermessung beim Liegenschaftskataster einzuholen. Genaue Katastergrenzen zu den Grundstücksabmessungen sind vonnöten, um anhand dieser Angaben neue Vermessungen vorzunehmen.
  • Nach strengen Regelungen werden die Katastervermessungen vorgenommen. Dabei werden auch Abmarkungen gemacht, die mehrmals nachgeprüft und vermessen werden. Dann gilt es, die Daten auszuwerten.
  • Hat das Katasteramt den neuen Grenzen der Teilungsvermessung zugestimmt, wird durch einen Ortstermin allen betroffenen Eigentümern die neue Grenzfolge erkenntlich gemacht, sowie deren Zustimmung eingeholt. 
  • Nach Ablauf der Rechtsbehelfsfrist ohne jeglichen Widerspruch können die neuen Abmessungen dem Katasteramt eingereicht werden, um diese in das Liegenschaftskataster und die Flurkarte eintragen zu lassen. Die Betroffenen erhalten nun die „Mitteilung über die Fortführung des Liegenschaftskatasters“, die ein Notar beim Grundbuchamt einreichen muss. Die Behörde führt nun die Grundbuchänderung durch, sodass eventuell auch ein eigenes Grundbuchblatt ausgehändigt wird.

Was ist für den Antrag der Grundstücksteilung vonnöten?

Damit der Antrag auch von Erfolg gekrönt wird, sind einige Unterlagen einzureichen. Dazu zählen beispielsweise der aktuelle Grundbuchauszug, aber auch ein amtlicher Lichtbildausweis, ein notariell beglaubigter Antrag und eventuell Verordnungen des Bebauungsplans zum Nachweis der Einhaltung. 

Es kann übrigens verschiedene Gründe geben, eine Grundstücksteilung zu veranlassen. So wird ein Grundstück oft geteilt, wenn ein Teilstück daraus veräußert oder vererbt werden soll. Auch kann eine Teilung vorgenommen werden, um eine Hypothek auf das Teilstück aufzunehmen. Dadurch wird nicht das gesamte Grundstück belastet.

Wer ist für die Teilungsvermessung zuständig?

Nur öffentlich bestellte Vermessungsingenieure sind dazu befugt, Katastervermessungen durchzuführen. Da es sich bei der Teilungsvermessung um eine nach genormten Verfahren ablaufende Messung handelt, dürfen diese nur durch vereidigte Vermessungsingenieure vorgenommen werden. 

Was die Teilungsvermessung kostet, ist von der Vermessungsgebührenordnung abhängig. Der Umfang des Vermessungsaufwandes bestimmt ebenfalls, mit welchen Kosten zu rechnen ist. Dabei ist die Anzahl der zu vermessenden alten und neuen Grenzpunkte von Bedeutung, sowie die Anzahl der neuen Teilstücke des Grundstücks. Allgemein sind die Kosten aber auch vom Wert des Grundstücks abhängig. In den Gesamtkosten sind diese Posten enthalten:

  • Pauschalgebühr für die örtlichen Aufwendungen
  • Pauschalgebühr für die Datenbeschaffung 
  • Gebühren für die Eintragungen der neuen Abmessungen in das Liegenschaftskataster
  • Nebenkosten wie etwa für das Vermessungsmaterial
  • Umsatzsteuer zum Betrag

Übrigens: Durch eine Sonderung ist es möglich, die Vermessung ohne Beamte vor Ort durchführen zu lassen. Diese ist aber nur möglich, wenn die Grundstücksgrenzen im Liegenschaftskataster klar beurkundet und rechtssicher verzeichnet sind.