Lageplan: Was ist das und wann wird er gebraucht?

Ein Lageplan zeigt an, wo und in welchem Maße sich eine Immobilie oder ein Grundstück in seiner Umgebung befindet. Der Lageplan maßstabsgetreuer Art wird als amtliche Variante benötigt, wenn ein Bauvorhaben besteht oder eine Immobilie verkauft werden soll. Was den amtlichen Lageplan ausmacht und zu welchem Zweck er benötigt wird, beschreibt YourWalls hier genauer.

Amtlicher Lageplan – was ist das eigentlich?

Ein amtlicher Lageplan ist ein wesentlicher Bestandteil jeglicher Bauunterlagen bei einem Bauvorhaben oder Erwerb einer Immobilie. Der Lageplan selbst ist ein Auszug aus der sogenannten Liegenschaftskarte, die vom Katasteramt geführt wird. Hier sind alle Flurstücke einer Gegend inklusive ihrer Identifizierungsmöglichkeit zu finden, sodass der Lageplan einer Flurkarte ähnlich ist. Jedoch besteht der Lageplan aus einem maßstabsgetreuen, zeichnerischen und schriftlichem Teil, den ein Vermessungsingenieur oder ein gleichgestellter Fachmann auf Basis der Flurkarte erstellt hat. Bei jeder Art von Lageplan wird ein Gebäude in den Lageplan in die geplante Umgebung eingefügt. 

Was ist der einfache Lageplan?

Ein einfacher Lageplan wird auf einem beglaubigten Auszug der Liegenschaftskarte erstellt und beinhaltet Angaben zum Maßstab, sowie der Lage zu den Himmelsrichtungen. Darüber hinaus ist der einfache Lageplan mit einer genauen Bezeichnung des Baugrundstückes versehen: Es muss unbedingt die Flurstücknummer angegeben werden. Auch Daten zu den Bauberechtigten sind im einfachen Lageplan zu finden, sowie die katastergetreuen Maße des Grundstückes und dessen Grenzen. Auch ist der Gebäudebestand auf dem Grundstück oder dem Grund und Boden der direkten Nachbarn zu verzeichnen, sowie eventuelle Baulasten. Allgemein wird der geplante oder bestehende Bau in der Draufsicht eingebracht.

Was ist der qualifizierte Lageplan?

Im Gegensatz zum einfachen Lageplan ist der qualifizierte Lageplan eine Neuzeichnung, die auf Basis der Katastermessungen durchgeführt wird. Dementsprechend werden hier aller Abmessungen des Grundstückes Kataster-getreu angegeben, Auch die benachbarten Eigentümer und die erkenntlichen Grenzen der Grundstücke sind hier vermerkt. Gebäudebestände sind vollständig einzutragen und zu beschreiben. 

Bei diesem Lageplan handelt es sich um die Variante mit besserer Rechtssicherheit – weshalb sie auch von der Baugenehmigungsbehörde gefordert wird. Doch nicht nur bei einem Bauvorhaben ist der qualifizierte Lageplan sinnvoll, sondern auch bei umfassenden Baumaßnahmen auf dem Grundstück, die nahe an die Grenzen des Grund und Bodens gelangen. Schließlich müssen die Grundstücksgrenzen in diesem Fall besonders genau vermessen worden sein. Der qualifizierte Lageplan ist auch dann von Bedeutung, wenn eine Parzellierung stattfinden soll.

Was kostet der amtliche Lageplan?

In der Regel gilt, dass der qualifizierte Lageplan teurer ist, als der einfache. Oftmals kostet er sogar mehr als das Dreifache des einfachen Lageplans. Welche Kosten genau veranschlagt werden, ist jedoch vom Umfang des Bauvorhabens und dessen Kosten abhängig. Je mehr Geld in das Bauvorhaben fließen soll, desto teurer wird der amtliche Lageplan auch. Damit keine unnötigen Kosten getragen werden müssen, gilt es, sich bei Bauvorhaben im Voraus über die Notwendigkeit des amtlichen Lageplans zu informieren und erst dann den entsprechenden Lageplan in Auftrag zu geben. Ein öffentlich bestellter Ingenieur für Vermessungen, ein vereidigter Sachverständiger für Vermessungen oder auch eine gleichwertige Behörde können das Erstellen des amtlichen Lageplans übernehmen. Es ist mit einer Bearbeitungszeit von mehreren Wochen zu rechnen.