Kaufnebenkosten: Was es beim Immobilienerwerb zu erwarten gilt

Wer sich eine Immobilie anlegen möchte, hat hierfür in der Regel ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Anders als bei anderen Erwerben ist es in Sachen Immobilien aber nicht mit dem Zahlen des Kaufpreises selbst getan, sondern es fallen noch weitere Kosten an. Diese können durchaus einen hohen finanziellen Rahmen annehmen und den Käufer überraschen, wenn dieser nicht mit Kaufnebenkosten gerechnet hat. Welche Kaufnebenkosten genau zu erwarten sind und welche Höhe diese annehmen können, erfahren Sie nachfolgend durch YourWalls.

Welche Nebenkosten fallen beim Immobilienkauf an?

Kaufnebenkosten lassen sich beim Immobilienerwerb in der Regel nicht vermeiden. Das Gute ist jedoch, dass sie sich im Voraus ganz klar kalkulieren lassen. Die meisten Immobilienmakler weisen die anfallenden Kaufnebenkosten im Übrigen auch in ihrem Exposé aus, sodass man als Käufer böse Überraschungen vermeiden und besser kalkulieren kann, ob das eigene Budget ausreicht. 

  • Grunderwerbssteuer: Die Grunderwerbssteuer kann vom Verkäufer oder Käufer getragen werden, sodass eine Einigung notwendig ist und klar im Kaufvertrag festgehalten werden sollte. In der Regel wird die Grunderwerbssteuer jedoch vom Käufer getragen. Sobald das Finanzamt über den Kauf informiert wurde, erhält der Eigentümer einen Grunderwerbssteuerbescheid – die zu entrichtende Steuer kann etwa 3,5 bis zu 6,5 Prozent betragen und hängt vom jeweiligen Bundesland ab.
  • Notarkosten: Jeder Immobilienerwerb muss durch einen Notar besiegelt werden, also mit Hilfe eines notariell beglaubigten Vertrages. Für das Aufsetzen des Immobilienkaufvertrages, die notarielle Beglaubigung und eventuelle Abschriften wird der Notar mit einer Pauschale vergütet. 
  • Grundbucheintrag: Der neue Eigentümer muss durch den Notar im Grundbuch eingetragen werden, beziehungsweise übernimmt dieser den Änderungsantrag. Die Gebühr hierfür ist von dem Kaufpreis der Immobilie abhängig und beträgt in etwa zwei Prozent des Kaufpreises. 
  • Maklerkosten: Wurde beim Immobilienverkauf ein Makler hinzugezogen, fällt für diesen beim Kaufabschluss in der Regel eine Courtage an. Die Höhe der Provision ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, beträgt in der Regel aber nicht mehr als sieben Prozent des Kaufpreises. Der Makler legt seine Provision selbst fest und richtet sich dabei nach den Vorgaben der Bundesländer.

Wissenswertes zu den Kaufnebenkosten

Als Käufer möchte man sich beim Immobilienerwerb selbstredend so gut wie möglich absichern. Hierfür kann ein Notaranderkonto eingerichtet werden, also ein Treuhandkonto über den Notar. Über dieses Konto erfolgt die Zahlung des Kaufpreises, sobald die eigentliche Kaufabwicklung erledigt ist. Hierfür sind dem Notar allerdings weitere Gebühren zu zahlen, die in die Kaufnebenkosten mit einberechnet werden müssen.

Das Kaufbudget sollte nie voll ausgeschöpft werden

Ist man an einem Objekt interessiert, sollten die Kaufnebenkosten immer mit einkalkuliert werden, wenn es um dessen Finanzierung geht. Nicht nur Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen können ein großes Loch in das eigene Budget reißen, sondern auch die Kaufnebenkosten beim Erwerb selbst. Daher ist es wichtig, dass Budget beim Kauf nicht bereits mit dem Kaufpreis des Objekts auszuschöpfen, sondern im Voraus zu errechnen, ob dieses allen Kosten gerecht wird. Auch Versicherungen werden von einigen Käufern außer Acht gelassen, die bestenfalls direkt nach dem  Kauf abgeschlossen werden. Ansonsten könnte eine Versicherungslücke entstehen, die einem im Schadensfall teuer zu stehen kommt.