Hausgeld – vor dem Eigentumskauf umfassend informiert sein

Der Begriff Hausgeld tritt potentiellen Käufern einer Eigentumswohnung schnell ins Auge und wirft oftmals Fragen auf. Hierbei handelt es sich nämlich um Kosten, die zusätzlich zum Kaufpreis beim Erwerb anfallen. Allerdings geht es beim Hausgeld nicht um generelle Nebenkosten durch Nutzung des Objekts, sondern vorausschauende Rücklagen, die  Betriebs- und Instandhaltungskosten rund um das Gebäude decken sollen. Alles Wichtige rund um das Hausgeld erfahren Sie durch YourWalls nachfolgend.

Worum handelt es sich bei dem Hausgeld genau?

Das Hausgeld bezeichnet im Wesentlichen eine Vorauszahlung, die alle Eigentümer einer Eigentumswohnung im Gebäudekomplex an die Verwaltung abführen. Am Ende des Jahres werden die gezahlten Beträge mit den tatsächlichen Kosten verrechnet – ganz ähnlich, wie bei der Nebenkostenabrechnung. Es gibt mehrere Posten, die in das Hausgeld mit einfließen und über dessen Höhe bestimmen. Kosten für die Instandhaltung des Gebäudes, für die Pflege der Außenanlagen und Wege, sowie Kosten für die Verwaltung selbst werden hiermit gedeckt. Auch Betriebskosten selbst fließen in das Hausgeld mit ein, sofern es sich dabei nicht um Heiz- und Warmwasserkosten handelt. 

Wer stellt die Höhe und den Umfang des Hausgeldes auf?

Das Hausgeld, beziehungsweise dessen Höhe, wird indirekt durch die Eigentümer selbst definiert. Die Gebäudeverwaltung erstellt hierbei einen Wirtschaftsplan für das jeweilige Jahr und führt notwendige Ausgaben sowie notwendige Rücklagen für die Instandhaltung des Gebäudes übersichtlich auf, sodass die Eigentümer sie nachvollziehen können. Anhand dieser Ausgaben errechnet die Verwaltung einen Betrag für das Hausgeld, dem die Eigentümer zustimmen müssen. Mittels einer Abstimmung kann die Zustimmung der Mieter erlangt werden. In der Regel beträgt das Hausgeld übrigens ca. 30 Prozent der Nebenkosten, die über die Eigentumswohnung anfallen. 

Übrigens: Je luxuriöser das Gebäude und dessen Ausstattung, desto höher liegt meist auch das Hausgeld. Auch ältere Gebäude sind meist mit einem höheren Hausgeld behaftet. Der Grund: Luxuriöse Gebäude verlangen wegen der besonderen Ausstattung meist mehr Pflege- und Versicherungsaufwand. Ältere Gebäude hingegen bedürfen mehr Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen.

Fällt das Hausgeld auch für Mieter an?

Wird die Eigentumswohnung vermietet, zahlt der Mieter die Nebenkosten zu seiner vereinbarten Miete. Hausgeld jedoch kann nicht auf den Mieter umgelegt werden, sondern ist vom Eigentümer zu zahlen. Lediglich Betriebskosten wie etwa für die Müllentsorgung können über die Jahresabschlussrechnung auf den Mieter umgelegt werden und sind im Mietvertrag klar definiert festzulegen. Geht es um Kosten für die Instandhaltung oder Ähnliches, muss der Eigentümer jedoch selbst für das Hausgeld aufkommen. 

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass sich potentielle Käufer stets zum Hausgeld der Eigentumswohnung informieren. Besonders, wenn das Eigentum als Anlageobjekt dienen soll, ist es wichtig, dass sich die Einnahmen trotz des Hausgeldes rechnen – sonst kann es böse Überraschungen geben.

Welcher Eigentümer trägt wie viel?

Bezüglich des Hausgeldes gilt, dass in Gebäuden mit gleich großen Eigentumswohnungen alle Eigentümer dieselbe Hausgeldhöhe zu tragen haben. Sind die Eigentumswohnungen nicht einheitlich angelegt, kommt meist ein Verteilerschlüssel zum Einsatz. Dieser richtet sich beispielsweise nach der Quadratmeterzahl der Einheit, den bewohnenden Personen oder aber dem generellen Verbrauch. Zur Errechnung des Hausgeld-Anteils wird in jedem Fall die Teilungserklärung hinzugezogen, sowie ein Einzelwirtschaftsplan seitens der Verwaltung für jede Partei aufgestellt. In dieser ist zu finden, wie sich die Abrechnung für das kommende Jahr zusammensetzen wird.