Flurstück: Was man zur Grundstücksvermessung wissen muss

Bei jeder Kaufabwicklung in Sachen Immobilien oder Objekte wird das sogenannte Flurstück zur bedeutungsvollen Angabe. Ob Flurstück, Flurstücksnummer oder Flurkarte – nicht jedem ist sofort ersichtlich, um was es sich bei diesen Informationen handelt. Dabei ist die Angabe sowohl für Eigentümer und Verkäufer, als auch den Käufer selbst von Wichtigkeit. YourWalls beschreibt nachfolgend, was es mit dem Flurstück eigentlich auf sich hat.

Was ist das Flurstück eigentlich?

Das Flurstück wird verwendet, wenn es um das Grundstück im Liegenschaftskataster geht. Hierbei handelt es sich um die kleinste Buchungseinheit im Kataster, früher die sogenannte Parzelle. Das Flurstück bezeichnet also das Grundstück mit klar definierten Flurstücksgrenzen und wird in der Flurkarte kenntlich gemacht. Das Liegenschaftskataster nutzt die Flurstücksnummern, um das Flurstück dem jeweiligen Eigentümer zuzuweisen und zu identifizieren. In der Flurkarte wird also der eigene Grund und Boden nachgewiesen, ähnlich wie im Grundbuch. Daher gilt das Flurstück, beziehungsweise die Flurstücksnummer auch als Nachweis des Eigentums.

Verwirrend finden Eigentümer und Käufer in Sachen Liegenschaftskataster auch die Bezeichnung Gemarkung. Diese hat mit dem Flurstück an sich nicht viel zu tun – denn eine Gemarkung bezeichnet einen Zusammenschluss mehrerer Grundstücke zu einem Gebiet.

Wie setzt sich die Flurstücksnummer zusammen?

Die Flurstücksnummer bezeichnet das genaue Flurstück, auf dem sich das eigene Grundstück befindet. Dieses kann sich auch auf zwei Flurstücke erstrecken, sofern es sich um ein größeres Grundstück handelt. Die Flurstücksbezeichnung enthält die jeweilige Gemarkung, die Flurnummer und die Flurstücksnummer und zeigt unverwechselbar das Grundstück des Eigentümers auf. Die Flurstücke werden bis in den fünfstelligen Bereich nummeriert und befinden sich nebst dieser Daten in der Flurkarte:

  • Gemeindeabgrenzungen
  • Gebäude und deren Nutzungsweise
  • Maßstäbe 
  • Topografische Besonderheiten 
  • Abgrenzungen zwischen Flurstücken und Gebieten

Wo findet man Informationen zum eigenen Flurstück?

Benötigt man im Zuge einer Immobilien- oder Grundstücksveräußerung einen Auszug der Flurkarte, muss diese beim Liegenschaftskatasteramt beantragt werden. Hierfür sollte nicht nur eine gewisse Bearbeitungszeit mit einberechnet werden, sondern auch die anfallende Bearbeitungsgebühr in Höhe von zehn bis 50 Euro. Informationen über das eigene Flurstück oder generell die Flurkarte können heutzutage aber auch ganz einfach online eingesehen werden. Das Amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) führt aber auch eine bundesübergreifende Datenbank online, über die sich Flurstücke einsehen lassen. So können die notwendigen Informationen zeitsparend gesammelt werden und es ist sogar möglich, sich über ganze Flurgebiete zu informieren. Dies kann für potentielle Käufer interessant sein.

Wer ist für die Vermessung zuständig?

Das Katasteramt ist für das jeweilige Bundesland für die Führung des Liegenschaftkataster verantwortlich. Damit einher gehen auch Vermessungen aller Flurstücke und Flurstücksgrenzen. Nicht nur Flurkartenauszüge kann das Katasteramt bereitstellen, sondern es kann auch Neuvermessungen durchführen und bestehende Flurstücksgrenzen abändern. Das kann im Zuge einer Modernisierung der Flurkarte der Fall sein, aber auch bei einer erstmaligen Aufnahme eines Gebietes in die Unterlagen. Wird Grundbesitz neu geordnet, komme eine Urvermessung als neue Aufnahme in das Liegenschaftskataster in Frage. Erfolgt eine solche Vermessung, muss diese notariell beurkundet werden. Nur dann ist auch eine Eintragung in das Grundbuch möglich. Hierfür erhebt das Katasteramt Gebühren, die vom Bundesland und dem Aufwand der Vermessung abhängig sind und sich pauschal nicht bezeichnen lassen.