Die Flurkarte: Was ist das eigentlich?

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Die Flurkarte wird mittlerweile als Liegenschaftskarte bezeichnet und ist für jeden Immobilien-Eigentümer oder –Käufer von großer Bedeutung. Denn: Sie beinhaltet alle amtlichen Kenndaten zum Grundstück in seiner unmittelbaren Umgebung. Auf der Flurkarte sind unter anderem die Grundstücks-Lagen zu finden, sowie Flur- und Flurstücksnummern. Auch die Bebauung des Grundstücks kann durch die Flurkarte eingesehen werden. Doch was genau muss man über die Flurkarte wissen und wann wird diese gebraucht? YourWalls erklärt nachfolgend alles Wichtige.

Die Flurkarte – Definition und Aufbau

Die Flurkarte dient dazu, Grund und Boden bestimmter Gebiete und Gemeinden darzustellen und das jeweilige Grundstück darin aufzuzeigen. Die Aufzeichnungen beruhen dabei auf Katastervermessungen, die bereits im 19. Jahrhundert angefangen wurden und einen hohen Aufwand mit sich bringen. Ersetzt wurde die Flurkarte mittlerweile durch die Liegenschaftskarte des Katasteramtes. Hierbei handelt es sich um die Darstellung der Liegenschaften nach Maß des Katasteramtes, welche die Grundlage des Grundbuchs darstellt. Die Liegenschaftskarte ist also verwaltungstechnisch und auch für Eigentümer, sowie durch Rechte Begünstigte besonders wichtig. Diese Liegenschaftskarte ist es auch, die als Grundlage der Grundsteuer-Berechnung dient.

Die Flurkarte wird in zwei verschiedenen Darstellungen geboten. Die Rahmenkarte stellt alle auf dem Kartenspiegel befindlichen Gebiete dar und ist vom jeweiligen Flur abhängig, auf den Einsicht gewährt werden soll. Die Inselkarte hingegen stellt einen näheren Ausschnitt jenes Geländes dar, das abgebildet werden soll – und zwar ohne angrenzende Flure und Umgebungen.

Das ist auf der Flurkarte zu finden

Die Flurkarte umfasst einige wichtige Daten, zum Beispiel:

  • Alle Flurstücke mit deren Grenzen und jeweiligen Flurstücksnummern
  • Die jeweiligen Gebiete und Gemeinden, inklusive ihrer Abgrenzungen
  • Die Gebäude, ihre Identifikationsnummern und Nutzungsarten
  • Gebietsbezeichnung, zugehörige Maßstäbe und die Herkunft
  • Grenz- und Vermessungspunkte
  • Topografische Besonderheiten wie Straßen
  • Arten der Abgrenzungen

Die Wichtigkeit dieser Daten

Jedes Flurstück gilt in Deutschland als kleinste Einheit des Liegenschaftskatasters. Ein Grundstück muss jedoch nicht zwangsweise die Abgrenzungen eines Flurstücks umfassen – es kann nämlich auch aus mehreren Buchungseinheiten, also Flurstücken, bestehen. Jedem Flurstück wird durch das Katasteramt eine Flurstücksnummer zugeordnet, die der Identifizierung dient.

Übrigens: Sogenannte Geoportale lassen mittlerweile auch online Einsicht auf die Flurkarte zu. Hierüber ist eine kostenfreie Informationssuche möglich, aber auch das Amtliche Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) kann weiterhelfen.

Die Flurkarte innerhalb von Immobilientransaktionen

Beim Verkauf oder Erwerb einer Immobilie sind Flurkarten oft von Bedeutung. Schließlich dienen sie der Information des Interessenten, sofern dies nicht über oben genannte Optionen möglich ist. Ein Flurkartenauszug kann in verschiedensten Situationen benötigt und beantragt werden. Doch nicht nur dem Interessenten ist die Flurkarte mit wichtigen Informationen dienlich, sondern auch dem Makler oder Gutachter bei der Wertermittlung einer Immobilie. Zudem wird sie zur Berechnung der Grundsteuer herangezogen oder aber von Banken eingesetzt, um Beleihungswerte zu ermitteln.

Beantragung und Kosten einer Flurkarte

Die Flurkarte wird nur bei berechtigtem Interesse einer Partei als Auszug ausgestellt, da diese sensible Informationen zum Eigentümer enthalten kann. Berechtigtes Interesse haben nur der Eigentümer selbst, Erbbauberechtigte, Nachbarn im Falle von rechtlichen Fragen, Kaufinteressenten. Das Interesse muss selbstverständlich nachgewiesen werden, bevor der Flurkartenauszug bereitgestellt wird. Der Antrag selbst kann vor Ort, per E-Mail oder auch schriftlich erfolgen.

Der Flurkartenauszug geht zudem mit Kosten einher. Diese betragen zwischen zehn und 50 Euro und sind vom Umfang des Auszuges abhängig. Wird ein beglaubigter Auszug benötigt, steigen die Kosten über ein paar Euro. Kommen Mehrausfertigungen hinzu, sind diese in einem Antrag in der Regel günstiger, als bei einer späteren Anfrage. Daher sollten Sie bei der Beantragung genau darüber nachdenken, welche Ausfertigung sich für Sie am meisten lohnt.